Schwangerschaft, Parteibuch, chronische Krankheiten. Dass Fragen nach solchen Privatangelegenheiten im Vorstellungsgespräch nicht zum guten Ton gehören und im Grunde unzulässig sind, dürfte sich herumgesprochen haben. In der Praxis werden sie dennoch immer wieder gestellt, diese „verbotenen“ Fragen. Wir erklären, welche Themen im Interview Tabu sein sollten, wie Sie solche Klippen im Ernstfall umschiffen – und worüber Sie trotzdem Auskunft geben müssen.
Als Faustregel gilt: alle Fragen, die das Privatleben des/der Bewerber/in betreffen und/oder in keinem Zusammenhang mit der angestrebten Stelle stehen, sind generell nicht zulässig. Der Teufel liegt aber im Detail und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Familie, Kinderwunsch und Schwangerschaft
Die wohl bekannteste aller unerlaubten Fragen ist jene nach der Familienplanung eines Kandidaten oder einer Kandidatin. Gerade bei Bewerberinnen ist diese Frage heikel, da ein Ausschluss vom Bewerbungsverfahren aufgrund von Familienplanung als diskriminierend gewertet wird und für Unternehmen erhebliche rechtliche Folgen haben kann. Da die Frage nach einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft, nach Heiratsplänen, oder auch dem Beruf des Partners oder der Eltern unzulässig ist, „dürfen“ Bewerber/innen hierauf sogar mit falschen Angaben antworten, ohne mit rechtlichen Konsequenzen rechnen zu müssen.
Ausnahme hierbei: die angestrebte Position beinhaltet schwere körperliche Arbeit – in diesem Fall ist die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft rechtmäßig, da derartige Tätigkeiten für Schwangere unter Umständen eine Gefährdung bedeuten könnten.
Krankheiten
Die Frage nach Krankheiten oder Allergien ist ein kniffliges Thema. Generell ist ein Bewerber nicht zur Auskunft verpflichtet. Besteht aufgrund der Erkrankung jedoch ein Risiko für die Gesundheit anderer Arbeitnehmer/innen im Betrieb – Stichwort Ansteckungsgefahr – darf der Arbeitgeber die Information einfordern. Außerdem gibt es für verschiedene Tätigkeitsfelder Zusatzbestimmungen, etwa im Gesundheitsbereich oder in der Lebensmittelbranche, wenn ein Erkrankungszustand eine ordnungsgemäße Berufsausübung behindert. In diesem Fall ist auch die Anforderung eines Gesundheitszeugnisses legitim.
Gewerkschaft, Parteizugehörigkeit, Glaubensrichtung
Die Zugehörigkeit zu Glaubensgemeinschaften oder politischen Verbänden ist Privatsache und hat somit in einem Bewerbungsgespräch nichts verloren. Es sei denn, der Kandidat oder die Kandidatin bewirbt sich bei einem sogenannten „Tendenzbetrieb“, also etwa einer Partei oder einer Religionsgemeinschaft. In diesem Fall darf nach der persönlichen religiösen oder politischen Einstellung gefragt werden.
Vorstrafen und Strafverfahren
Ebenso heikel: Fragen nach Vorstrafen oder laufenden Verfahren. Diese sind nur zulässig, wenn das Delikt in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem auszuübenden Beruf steht. Dies wären etwa ein Vermögensdelikt bei einer Stelle im Finanzsektor oder ein Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs bei Beschäftigung in einem Sozialunternehmen. Eine weitere Ausnahme: der öffentliche Dienst. Hier darf in jedem Fall ein polizeiliches Führungszeugnis angefordert werden.
Wie also antworten, wenn man im Vorstellungsgespräch mit einer „verbotenen“ Frage konfrontiert wird?
„Für den Bewerber ist es meist wenig zielführend, den Interviewer schroff zurückzuweisen. Auch wenn der Fragende in diesem Fall im Unrecht ist – eine zu unhöfliche Beantwortung wirkt sich negativ auf das Bild aus, das insgesamt von einem Bewerber entsteht. Mit einer höflich ausweichenden Antwort wahren Sie Ihre Privatsphäre, stoßen den Interviewer trotzdem nicht vor den Kopf und beweisen gleichzeitig diplomatisches Geschick“, so HILL Consultant Susanne Taferner. Auch der höfliche Hinweis, auf gewisse Fragen nicht antworten zu müssen, kann einen Ausweg darstellen. Bewusste Fehlinformationen sind zwar strafrechtlich nicht verfolgbar, ob sie in der Praxis wirklich zu empfehlen sind, ist jedoch fraglich. Auch wenn Sie im Falle einer Einstellung aufgrund Ihrer Notlüge nicht kündbar sind, das Vertrauensverhältnis zu Ihrem neuen Chef wird mit Sicherheit getrübt sein.
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Job hunting?
Ständig vor dem Bildschirm und dadurch sozial ausgegrenzt? Das landläufige Klischee irrt – bestätigen auch Studien.
Mythos 3: Einsame Generation online?
Aufgewachsen als die digitalen Medien ihren globalen Siegeszug antraten, sind die Vertreter der Generation Y „Digital Natives“ im besten Sinn: vertraut mit Technik und Gepflogenheiten im Web, hervorragend untereinander vernetzt – und dadurch im “echten Leben” sozial inkompetent?

Auch hier zeigen Studien, dass der oberflächliche Eindruck trügt. Obwohl die Millennials den mittlerweile zur Kulturtechnik avancierten Umgang mit dem Internet tatsächlich schlafwandlerisch beherrschen, wird die persönliche Kommunikation dem Online-Kontakt weiterhin vorgezogen. „Echte“ soziale Kontakte, Freunde, Eltern und Familie rangieren in den Prioritätenlisten der zwischen 1980 und 2000 geborenen ganz oben. Der Fokus liegt ganz klar auf der Kommunikation und nicht der Tehnologieverliebtheit. Die mannigfach vorhandene Möglichkeit mit geografisch weit entfernten Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben wird ausgiebig genutzt und darüber hinaus auch zum Schließen neuer Freundschaften und durch grenzübergreifende Kontakte zum Aufbau interkultureller Fähigkeiten und Sprachkompetenz genutzt.
Diese Multiverfügbarkeit von Email, Instant-Messaging, SMS oder sprach- oder textbasierten Chatprogrammen führt dazu, dass Millennials quasi ständig mitten im Gespräch sind, egal ob am Arbeitsplatz, in der Schule oder beim Erledigen von Hausarbeit. Der Kernnutzen von Sozialen Medien, nämlich Netzwerke aufzubauen, sich mit Gleichgesinnten in Gruppen zusammenzufügen und Informationen auszutauschen macht Millennials zu exzellenten, geübten Teamworkern. Auch im häufig verrufenen Online-Gaming finden sich derart positive Ansätze. Dadurch, dass gerade komplexe Spiele strategisches Vorgehen, ausführlich geplante Team- und Ressourcenzusammenstellung und die Zusammenarbeit von mehreren Spielern zum Meistern von Aufgaben voraussetzt, üben Gamer „spielerisch“ strategische Kompetenzen, die Fähigkeit zur Kollaboration und zur zielgerichteten, schnellen Kommunikation in Stresssituationen.
Eine weitere, oft nicht ganz so positive Implikation dieser steigenden Virtualisierung: das größer werdende Bedürfnis nach und die steigende Fähigkeit zum Multitasking. Studien zeigen, dass 75 Prozent der amerikanischen StudentInnen während des Erledigens von Hausaufgaben chatten, Kurznachrichten versenden, gleichzeitig YouTube Videos anschauen oder telefonieren. Konsequenz dessen ist, dass die Generation Y zwar dazu fähig ist, Informationen schnell zu verarbeiten und den Fokus ihrer Aufmerksamkeit schnell von einem Projekt zum nächsten transferieren kann, es leidet allerdings die Qualität und Tiefe der Auseinandersetzung mit Themen und Inhalten.
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Im ersten Teil unserer Miniserie über die Vertreter der Generation Y ging es um deren Wunsch nach Work-Life-Balance und die Sinnsuche in der Arbeitswelt. Es wurde bereits bemerkt, dass die Ypsiloner die Macht der Demografie auf ihrer Seite haben – die Zahl der Österreicher im erwerbsfähigen Alter soll im nächsten Jahrzehnt stark zurückgehen. Ein anderer Faktor, der das kolportierte hohe Selbstbewusstsein der Generation Y rechtfertigt, ist deren hoher Bildungsstand.

Mythos 2: Generation Lebenslauf?
Die ansteigende Akademikerquote innerhalb der Gruppe der Millennials und die auf Effizienz getrimmten Ausbildungslaufbahnen sind die häufigsten Indizien für diese Behauptung. Der Klischeevertreter des lebenslaufoptimierten Ypsiloners ist demnach etwa ein 24-jähriger Bachelor der Betriebswirtschaft mit Auszeichnung und Auslandssemester in Bologna, zwei bis drei Praktika bei namhaften Konsumartiklern oder Automobilkonzernen, zwei Fremdsprachen fließend und Ehrenamt beim Jugendsportclub inklusive. Rebellion gegen die Eltern, die dem Nachwuchs von Frühförderung über Nachhilfe bis hin zur Studienfinanzierung alle Möglichkeiten zur persönlichen und professionellen Entwicklung angedeihen haben lassen, sei für einen solchen Ypsiloner quasi unvorstellbar. Stattdessen dominiere das Gefühl, die elterlichen Erwartungen übererfüllen zu müssen. Ganz pragmatisch werde erst gefragt „was will der Markt?“ und anschließend erst „was will eigentlich ich?“. Entscheidungen für oder gegen ein Studium werden demnach eher nach Vernunft und nicht nach Neigung getroffen, die eigene „employability“ stets im Auge. Das alte Klischee des Bummelstudenten, der Demos organisiert und an philosophischen Diskussionen teilnimmt, hat ausgedient. Das neue Klischee: Ein Zwanzigjähriger in Nadelstreif mit Aktenkoffer und Phrasen aus dem Bewerbungshandbuch auf den Lippen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.
„Diese medial vermittelten Extrembilder begegnen mir an der Uni eher selten.“ Birgit ist 23 und studiert Kommunikationswissenschaft im sechsten Semester. „Ich glaube aber, dass viel tatsächlich nur noch der Optik wegen absolviert wird. Man kann ja gar nicht ehrlich von allem überzeugt und begeistert sein, was man für einen perfekten Lebenslauf so gemacht haben soll. Der Druck sich den Erwartungen der Wirtschaft und der Öffentlichkeit anzupassen ist klar vorhanden.“

Unter diesem Optimierungsdruck und Anpassungswillen leidet – so wird es angeführt – oftmals die Persönlichkeitsentwicklung. Eigenständigkeit und freien Geist würden Personaler an den Absolventen post Bologna-Reform vermissen. Stromlinienförmig und austauschbar, ohne Ecken und Kanten seien sie, ideal dazu geeignet Fachwissen zu reproduzieren, eher ungeeignet für das Finden innovativer Lösungen. Das “intellektuelle Sich-Ausprobieren” würde zugunsten der durchoptimierten Berufslaufbahn geopfert, Umwege gescheut. „Ego-Taktiker“ werden die überzeichneten Lebenslaufoptimierer in der Shell-Jugendstudie genannt. Fachleute relativieren diesen Begriff aber. Er sei in einem Klima entstanden, das im Zuge der Wirtschaftskrise von Arbeitsplatzunsicherheit gezeichnet gewesen sei und mittlerweile nur noch bedingt zutreffe.
Eine sehr schöne Zusammenstellung, was tatsächliche Vertreter der “Generation Lebenslauf” über selbigen denken, bietet die Süddeutsche Zeitung.
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Sicherheitsliebend, werteorientiert und hochqualifiziert oder doch sprunghaft, bindungsscheu und fachlich schwach? Berichte über die heißdiskutierte „Generation Y“, also jene 20- bis 30-jährigen, die den Arbeitsmarkt der Zukunft bestimmen werden, könnten unterschiedlicher nicht sein. In unserer dreiteiligen Serie nehmen wir die wichtigsten Gemeinplätze über die „Millennials“ unter die Lupe.
Mythos 1: Generation Freizeit?

„Wollen die auch arbeiten?“ titelte jüngst die Zeit in einem Artikel über das Arbeitsethos der „Ypsiloner“. Das Image vom selbstbewussten Uniabgänger, der mit einem dick geschnürten Paket an Anforderungen an potentielle Arbeitgeber herantritt und lautstark nach ausgewogener Work-Life-Balance verlangt, ist eines der häufigsten medial vermittelten Bilder des Millennials. Der Wunsch nach Spaß an der Arbeit, einer selbstbestimmten, zeitflexiblen Tätigkeit, die die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung birgt, steht oft im Zentrum der Argumentation. So manches Mal wird dies mit Faulheit, übergroßer Freizeitorientierung und mangelndem Arbeitseinsatz übersetzt. Allerdings lassen aktuelle Studien darauf schließen, dass die jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entgegen der landläufigen Annahme sogar leistungsbereiter und ehrgeiziger sind, als ihre Elterngeneration. „Junge Bewerberinnen und Bewerber, also Vertreter der Generation Y, sind nicht weniger ehrgeizig als jene der vorangegangenen Generationen. Der Wunsch sich zu engagieren und schnell Verantwortung zu übernehmen ist meiner Erfahrung nach gerade bei Höherqualifizierten spürbar”, so HILL International-Personalconsultant Susanne Taferner. Die Shell-Jugendstudie aus 2010 bestätigt diesen Eindruck. Sie attestiert den Jugendlichen eine deutliche Orientierung an Tugenden wie Ehrgeiz oder Fleiß. Eine andere Studie kommt zum Schluss, dass Arbeitsplatzsicherheit und finanzielle Absicherung immer noch die größten Wünsche junger Arbeitnehmer/innen sind. Hart arbeiten – ja, aber der Spaß darf dabei nicht zu kurz kommen.
Außer spaßorientiert soll die Arbeit auch noch etwas anderes sein – sinnstiftend. So wird Sinn neben dem Gehalt zur zweiten Währung der Arbeitswelt. Bei Vorstellungsgesprächen sind Fragen zur ökologischen und sozialen Verantwortung des potentiellen Arbeitgebers keine Seltenheit mehr. Das „Y“ in der Generationenbetitelung wird englisch ausgesprochen – „why“. Dieses namensgebende „warum“ stellt das eigene Tun und das des Unternehmens in Frage, die überkommene Vorstellung von Arbeit und Freizeit, die Ausbeutung von Mensch und Umwelt, die Entscheidung zwischen Beruf und Familie oder die Autorität des Chefs. Dass Unternehmen und deren traditionelle Strukturen damit oft ein Problem haben, ist selbstredend. Die Macht der Demografie hat die Generation Y allerdings auf ihrer Seite – nach Schätzungen des landesstatistischen Dienstes soll die Zahl der Arbeitnehmer/innen allein im Bundesland Salzburg in den nächsten drei Jahrzehnten im hohen fünfstelligen Bereich zurückgehen. Gerade gut qualifizierte Kräfte sollten somit zur begehrten und hofierten Mangelware werden. Gut möglich also, dass die „Ypsiloner“ die Regeln des Arbeitsmarkts der Zukunft diktieren.
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Mats Staub sammelt Lebensläufe, die sich an den zehn wichtigsten Ereignissen im Leben eines Menschen orientieren. Er bietet eine Anleitung, wie es gelingen kann, einen solchen, alternativen Lebenslauf zu verfassen.
Job hunting?
Sodele heute mal wieder auf deutsch.
@karrierebibel hat diesen hübschen Spiegelartikel...
Überstunden, ständige Erreichbarkeit und zunehmender Egoismus: Arbeitnehmer in Deutschland...